Wohnung fotografieren für Immobilien-Portale – Anleitung & Tipps

Wohnzimmer Foto
Alles Wissenswerte zum Fotografieren einer Wohnung für Immobilien-Portale...

Haben Sie auch schon Immobilien-Inserate in Portalen wie ImmobilienScout24 gesehen, die zum Gruseln waren? Ich finde es erschreckend wie schlecht diese Bilder oft sind, noch dazu wenn Makler Wohnungen zum Verkauf anbieten. Da dürfen Sie für Ihr Geld eigentlich mehr erwarten, als ein paar unterbelichtete Handybilder.

Wenn Sie selbst die Fotos der Zimmer Ihrer Wohnung machen wollen, dann habe ich hier einige praktische Tipps für Sie!

Wählen Sie das richtige Format für das jeweilige Immobilienportal

Der erste Tipp ist gleich einer der wichtigsten. Sie können die tollsten Bilder machen, doch vielleicht lassen sich diese in dem Portal, in dem Sie die Wohnung dann zum Vermieten oder zum Verkauf inserieren wollen, gar nicht richtig darstellen.

ImmobilienScout24 hat z.B. folgende Anweisungen (ImmoScout – Bildformat):

  • PNG oder JPG
  • Aspect Ratio 4:3
  • Auflösung 731 x 550 Pixel

Merken Sie etwas? Von einer alternativen Auflösung von 550 x 731 Pixeln ist nicht die Rede. Unterstützt werden hier also nur Bilder in Querformat! Fotos im Hochformat werden zwar akzeptiert, aber suboptimal (abgeschnitten) dargestellt. Und mit dem Querformat-Fetisch ist ImmoScout24 nicht alleine. Informieren Sie sich also auf jeden Fall vorab, welches Bildformat Ihr bevorzugtes Immobilienportal vorgibt.

Alle Lampen an, alle Türen auf!

Klar, so ganz pauschalisieren kann man das eigentlich nicht. Wenn hinter der Türe der Müllraum liegt, dann lassen wir sie lieber zu. Räume sehen allerdings schnell unnötig beengt und klein aus, wenn wir Türen schließen. Außerdem dringt so weniger Licht hinein. Vorhänge und Rollladen öffnen wir natürlich auch.

Schalten Sie alle Lampen an! Es geht dabei nicht nur um die Beleuchtung, sondern noch mehr darum, dass Zimmer dadurch wärmer und einladender wirken. Schalten Sie ruhig auch die Schreibtischlampe oder die LEDs der Küchenbeleuchtung an. Um Überbelichtungen machen wir uns keine Sorgen. Das korrigieren wir alles in der Nachbearbeitung, wie ich weiter unten im Text beschreibe.

Bereiten Sie die Wohnung vor!

Eigentlich selbstverständlich, aber Sie glauben gar nicht wie viele Bilder mit Bädern man in Exposees findet, bei denen sich der Fotograf nicht einmal die Zeit nahm, die Klodeckel zu schließen.

Entfernen Sie alles Unnötige. Die meisten Zimmer werden besser wirken, wenn Sie möglichst leer sind. Wir wollen vermeiden, dass das Bild unruhig wirkt. Noch schlechter als unruhig, ist unsauber. Durchwischen und Staubsaugen sollte mindestens drin sein. Herumliegendes Kinderspielzeug will auch keiner sehen. Was Sie auf jeden Fall entfernen müssen, sind private Fotos. Hängen Sie die Bilder vom letzten Urlaub einfach ab, oder entfernen Sie sie mittels Bildbearbeitungssoftware.

Der richtige Blickwinkel macht’s

Am natürlichsten werden Fotos wirken, wenn die Kamera horizontal fotografiert, und zwar aus halber Deckenhöhe. Bei einer Wohnung mit einer Deckenhöhe von 2,60 Metern stellen Sie die Kamera also auf ein Stativ, das auf 1,30 Meter eingestellt ist. Ein Stativ sollten Sie übrigens auf jeden Fall nutzen, wie ich weiter unten noch beschreibe.

Natürlich ist das nur eine Faustregel. Wenn Sie in einem Altbau mit besonders hohen Decken fotografieren, dann wollen Sie wahrscheinlich lieber etwas niedriger als auf der halben Deckenhöhe fotografieren. Und wenn Sie aber eine besonders schöne vertäfelte Decke ins Bild rücken wollen, dann können Sie auch höher fotografieren.

Beim Winkel würde ich aber bei Bildern vom ganzen Zimmer empfehlen, die Kamera im Zweifelsfall immer genau waagrecht auszurichten.

Bei der Positionierung der Kamera (auf dem Stativ) gibt es mehrere Optionen. Überlegen Sie sich was an dem Raum besonders ist, also was Sie aufs Bild bekommen wollen (und was nicht). Im Beispielfoto oben wäre es z.B. eine schlechte Idee dem Riesenfernseher zu viel Platz im Foto zu überlassen. Er schluckt viel Licht, und bietet dem Betrachter keinen Mehrwert.

Nutzen Sie HDR-Bracketing moderner Digitalkameras

Was ist HDR-Bracketing (bei Canon-Kameras: AEB Modus)?

Im HDR-Bracketing-Modus macht die Digitalkamera 3 oder 5 Bilder. Dabei werden mehrere Bilder absichtlich unter- und überbelichtet. Der Clou daran ist, dass man diese Bilder hinterher in Bildbearbeitungssoftware wie Lightroom wieder zu einem Bild zusammenbauen kann. Dabei ist es dann möglich dunkle Bereiche hell erscheinen zu lassen, und besonders helle Bereiche dunkel. Das Resultat ist also ein rundum gut beleuchtetes ausgeglichenes Bild.

Diese Art der Fotografie ist ohne Stativ nicht möglich.

Für den perfekten Bildausschnitt brauchen Sie das richtige Equipment

Über den Blickwinkel haben wir schon gesprochen. Aber um besonders viel aufs Bild “draufzubekommen”, brauchen Sie auch das richtige Equipment. Zwei Faktoren sind dabei wichtig.

Nur mit einer Vollformat-Kamera bekommen Sie richtig viel aufs Bild. Mit APS-C-Kameras oder Kameras mit noch kleineren Sensoren können Sie mit demselben Objektiv rein technisch niemals den selben Bildausschnitt ablichten.

Sie benötigen außerdem ein Weitwinkelobjektiv. Nutzen Sie für natürliche Aufnahmen eine Brennweite von 16-18mm. Für Bäder und andere enge Räume kann auch 12mm noch Sinn machen.

Retuschieren Sie kleine Macken mit Lightroom

Sie dürfen natürlich nicht betrügen. Aber es gibt häufig die Situation, dass Sie eine Wohnung schon einmal inserieren wollen, noch bevor sie saniert wurde. Dann ist es von Vorteil z.B. Macken in der Wandfarbe schon einmal aus dem Foto zu entfernen.

Alles was noch gemacht wird, vor der Wohnungsübergabe, können Sie schon einmal digital glattbügeln.

Bonus: Wenn es sich um einen Rohbau handelt, dann kann ich auch ein sog. “Digital Homestaging” empfehlen. Dabei wird ein 3D-Profi basierend auf Ihren Angaben und eines Bildes der Wohnung im Rohbau-Zustand ein Bild erstellen, wie das Apartment möbliert einmal aussehen wird. Natürlich müssen Sie das beim Inserieren auch als ein bearbeitetes Bild kennzeichnen.

Bildbearbeitung: Dunkles aufhellen, Lichter abdunkeln

Die Bildbearbeitung, z.B. mit Adobe Lightroom, ist eine Wissenschaft für sich. Ich will Ihnen aber zumindest ein paar praktische Tipps auf den Weg geben:

  • Hellen Sie dunkle Bereiche auf.
  • Dunkeln Sie Lichter ab.
  • Senken sie die Dynamik, wenn das Bild zu bunt und grell wirkt.
  • Justieren Sie die Bildtemperatur, so dass das Bild nicht zu kühl wirkt.

All das können Sie mit ein paar Reglern in der Software bewältigen.

Folgendes Equipment verwenden und empfehlen wir

Zur Transparenz: Bei den Links handelt es sich um Amazon-Affiliate-Links. Wenn Sie also über den Link einen Kauf tätigen, erhalten wir eine kleine Provision.


So, dass war jetzt eine geballte Ladung Informationen. Ich hoffe es war etwas Erhellendes für Sie dabei. Auf die Beleuchtung kommt es schließlich an.

Sollten Sie in Hamburg oder in Norddeutschland nach einem Immobilien-Fotografen suchen, dann erlaube ich mir Sie auf unseren Fotografie-Service aufmerksam zu machen.

Wenn Sie uns als Makler zum Verkauf oder zur Vermietung in und um Hamburg engagieren, dann sind professionelle Fotos natürlich auch schon inklusive.

Haben Sie selbst Gedanken zur Immobilien-Fotografie, oder Feedback zu meinen Tipps? Dann kontaktieren Sie mich gerne dazu!

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