5 Tipps vom Makler: Als Mieter eine Traumwohnung bekommen!

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Der Wohnungsmarkt ist hart umkämpft. Wir erklären, wie Sie als Mietinteressent alles richtig machen...

Vor allem in Städten wie Hamburg ist der Wohnungsmarkt hart umkämpft. Viele Wohnungen erreichen den freien Wohnungsmarkt erst gar nicht, sondern werden an die Nachmieter “vererbt”. Wer aber keine Beziehungen hat, weil er z.B. gerade neu in die Stadt gezogen ist, der wird sich wohl oder übel über die üblichen Plattformen zu helfen wissen müssen.

Dabei kann man viel richtig, aber auch viel falsch machen. Ich will Ihnen heute einige allgemeingültige Ratschläge geben zur Herangehensweise, aber auch ein paar wichtige Hintergrund-Infos, wie Vermieter und Makler ihre Mieter auswählen. Ich denke, auch für Sie wird noch das eine oder andere Neue dabei sein. Dann können Sie sich bei der Bewerbung auf die nächste Wohnung vielleicht den einen kleinen Vorteil verschaffen, um den Vermietern und Maklern in der Flut von Bewerbern positiv aufzufallen.

Was können Sie also tun, um Ihre Chancen auf den Zuschlag zu einer attraktiven Mietwohnung zu erhöhen?

Nutzen Sie alle Plattformen zur Suche nach einer Mietwohnung

Klar, es nervt wahrscheinlich sich mit vielen verschiedenen Webseiten herumzuschlagen. Aber es lohnt sich sein Geld hier auf mehrere Pferde zu setzen. Inserieren kann schnell teuer werden, und daher werden Vermieter und Makler eine Wohnung oft nur auf einer Plattform veröffentlichen. Und da hat jeder seinen eigenen Favoriten. Wenn Sie wissen wollen, welche Plattform ich für private Vermieter geeignet finde, lege ich Ihnen meinen Test hierzu ans Herz: Immobilien-Plattformen als Vermieter

Was Sie bei allen Plattformen auf jeden Fall tun sollten, ist Push-Nachrichten oder E-Mails für Such-Aufträge zu aktivieren. Annoncen in Top-Lagen gehen oft nach nur eine Stunde wieder offline. Dann hat die Annonce nämlich bereits zig Interessenten-Anfragen generiert, um die Wohnung locker erfolgreich zu vermitteln.

Seien Sie also schnell! Sie sind zwar vielleicht nicht chancenlos, wenn Sie diese eine großartige Annonce erst gemütlich abends auf der Couch beantworten. Aber dann hat der Makler vielleicht bereits 10 Besichtigungen vereinbart, die Annonce ist offline und ein schnellerer Mieter schnappt Ihnen letztendlich die Wohnung weg.

Es gibt noch weitere Plattformen, aber die Gängigsten sollten Sie auf jeden Fall kennen und nutzen. Dabei gibt es natürlich lokale Unterschiede, was in Ihrer Region üblich ist. Es schadet nie weitere Quellen zu nutzen. Vor allem Senioren unter den privaten Vermietern nutzen gerne noch ganz klassisch Annoncen in der Zeitung oder das schwarze Brett im Supermarkt.

Hier sind ein paar nützliche Links zu interessanten Plattformen, die ich Mietern in Hamburg oft empfehle:

Fragen Sie Ihren Arbeitgeber um Hilfe

In der Personalabteilung Ihres Arbeitgebers weiß man ganz genau, wie es um den Wohnungsmarkt in Ihrer Stadt bestellt ist. In einer Stadt wie Hamburg bieten Arbeitgeber z.B. oft interne Wohnungstauschbörsen an. Vielleicht sind Sie der passende Nachmieter für eine Wohnung Ihres Kollegen?

Wenn Sie für den neuen Job umziehen müssen, dann fragen Sie doch schon nach der Zusage zur Stelle nach möglicher Hilfe bei der Wohnungssuche. Das Verständnis ist dafür meistens groß. Ihr Arbeitgeber will schließlich fokussierte Angestellte, und keine von der Wohnungssuche ständig gestressten Menschen. Da springt oft ein “Relocation-Package” für Sie vom Arbeitgeber heraus, oder aber Makler- und sonstige Umzugskosten werden übernommen. Fragen kostet nichts.

In besonders angespannten Lagen, wie in Hamburg, bieten Arbeitgeber oft auch eigene Wohnungen für die ersten Monate an. So erleichtern Sie Neuankömmlingen die Ankunft, und nehmen den Stress aus der Wohnungssuche.

Bewerbungs-Unterlagen, wie Vermieter sie lieben

Hier können Sie richtig punkten. In kaum einem anderen Land wird Datenschutz so ernst genommen wie in Deutschland. Das ist wahrscheinlich einer der Gründe warum in vielen Köpfen verankert ist, persönliche Daten nur zögerlich herauszugeben.

Sie sollten sich dabei aber folgende Frage stellen, die Sie auch gleich selbst beantworten dürfen: Wenn der Vermieter mehrere Mietinteressenten zur Auswahl hat, wird er dann dem Mieter den Zuschlag geben der seine vollständige Bewerbungsmappe proaktiv und vor der Besichtigung bereits zur Verfügung gestellt hat, oder dem Mieter, den er erst dazu auffordern muss? Bleiben Sie also in Ihrem eigenen Interesse realistisch.

Eine mitgebrachte Mappe zur Besichtigung sieht schön aus, landet aber meistens schnell im Müll, bzw. im Aktenvernichter. Die meistens Makler und Vermieter sind pragmatisch. Digitale Bewerbungsunterlagen, per E-Mail, oder per Nachricht auf den Immobilien-Portalen sind praktischer. Nebenbei sparen Sie ein paar Cent für den Ausdruck und schonen die Umwelt.

Was soll denn nun alles in die Bewerbungsmappe?

Da gibt es regionale Unterschiede. Ich kann dazu aber sagen, dass die Bewerbungsunterlagen nicht zu ausführlich sein können. Hier ist mein unverbindlicher Vorschlag:

  • Mieterselbstauskunft (Muster von ImmoWelt)
  • Aktuelle SCHUFA-Auskunft (Link)
  • Vorvermieterbescheinigung (Muster von ImmoScout24)
  • Einkommensnachweis (z.B. Kontoauszüge, Arbeitsvertag, Lohnsteuerzettel, etc)
  • Ggf. Bürgschaftszusagen der Eltern (üblich bei Studenten)

Zwei Hintergrund-Infos will ich Ihnen dazu noch geben.

Wenn Sie mit Ihrem Partner in die Wohnung ziehen, dann sind Sie für den Vermieter ein “attraktiveres” Paar, wenn Sie schon in der Mieterselbstauskunft darstellen, dass Sie beide den Mietvertrag unterschreiben werden. Das gibt Vermietern mehr Sicherheit, denn entgegen der naheliegenden Vermutung, dass jeder nur mit 50% die monatliche Miete schuldet, kann der Vermieter sich zur Not 100% der Miete dort einklagen, wo er mehr Solvenz vermutet.

Die Vorvermieterbescheinigung wird gerne als “nicht so wichtig” weggelassen. Tatsächlich ist sie aber besonders wertvoll für Vermieter. Denn wenn der Vorvermieter eine tadellose Solvenz bescheinigt, das aber nicht der Wahrheit entspricht, dann kann der Vorvermieter bei einem Mietausfall rechtlich belangt werden. Vorvermieterbescheinigung sind dabei ein bisschen wie Arbeitszeugnisse mit ihren eigenen Codes. Einen Code will ich Ihnen hier auch verraten. Wenn der Vorvermieter schreibt dass “derzeit” keine Mietrückstände bestehen, dann war der Mieter also nicht immer pünktlich mit seinen Mietzahlungen.

Der solventeste Mieter bekommt die Wohnung

Ganz so einfach ist es nicht. Aber es liegt viel Wahres darin. Die Schmerzgrenze liegt bei verschiedenen Maklern woanders. Aber dass Menschen “nur” 25% Ihres Nettoeinkommens für die Miete ausgeben, ist oft auch nicht mehr ganz realistisch. Wenn Sie aber aber über 50% Ihres Nettoeinkommens für die Miete einplanen, dann wird ein gewissenhafter Makler Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits deshalb ablehnen.

Dabei geht es dem Vermieter nicht nur um die Höhe des Einkommens. Machen Sie dem Vermieter klar, dass Sie ein stabiles Einkommen haben. Nicht jeder ist Beamter, aber vielleicht haben Sie Ihren Job beim selben Arbeitgeber schon sehr lange, sind in einer Festanstellung oder Ihrem Arbeitgeber geht es wirtschaftlich besonders gut. Stellen Sie das ruhig in den Vordergrund. Die größte Sorge der Vermieter ist, dass Mietzahlungen ausbleiben könnten.

Als Selbstständiger sollten sie hier sogar noch mehr Aufwand betreiben. Ein von Ihrem Steuerberater erstellter Einkommensnachweis der letzten Jahre wirkt z.B. gleich vertrauenserweckender als wenn Sie selbst Unterlagen zusammenfriemeln.

Was man beim Besichtigungstermin alles falsch machen kann

Unzuverlässigkeit kommt nie gut an. Sie präsentieren sich selbst bei der Besichtigung. Planen sie doch lieber mit zusätzlichem Puffer. Wenn Sie zu früh dran sind, dann besichtigen Sie eben noch die Gegend, oder gehen einen Kaffee trinken.

Die Besichtigungstermine sind oft eng getaktet. Wenn Sie also 5 Minuten zu spät dran sind, dann hat das bereits Auswirkungen. Sollten Sie nun aber schon einmal in der S-Bahn sitzen, und die Verspätung lässt sich nicht mehr vermeiden, dann rufen Sie den Makler zumindest an. Evtl. kann er Sie ja auch “hinten wieder dranhängen” und Sie müssen dann nur etwas warten.

Im Gespräch mit dem Makler oder Vermieter vor Ort dürfen Sie ruhig viele Fragen stellen. So signalisieren Sie Interesse. Am Ende entscheidet sich vieles eben auch über Sympathie. Mein vielleicht wichtigster Tipp in diesem ganzen Blog-Post für Sie: Geben Sie dem Vermieter das Gefühl, dass Sie die Wohnung wirklich unbedingt wollen. Es handelt sich bei der Wohnung mindestens um Ihre absolute Traumwohnung!

Daher ist der Besichtigungstermin auch nicht der richtige Zeitpunkt, um Mängel zu besprechen. Die kaputte Fußleiste erwähnen Sie dann im Übergabeprotokoll beim Einzug. Vorab rate ich Ihnen von solchen Gesprächsthemen ab.

Was Ihnen auch klar sein sollte ist, dass kein Vermieter der Welt “Umbau-Maßnahmen” in seiner Immobilie schätzt. Wenn Sie also vorhaben die Wände grün zu streichen, dann behalten Sie diesen Gedanken beim Besichtigungstermin doch besser erst einmal für sich.


Ich hoffe, es waren ein paar neue Informationen für Sie dabei. Ich wünsche Ihnen jedenfalls viel Erfolg bei der Wohnungssuche.

Sollten Sie im Raum Hamburg professionelle Hilfe bei der Wohnungssuche benötigen, können Sie oder Ihr Arbeitgeber uns gerne engagieren. Wir übernehmen dann z.B. auch die Vereinbarung aller Besichtigungstermine und begleiten Sie dazu. Mehr Informationen zu unseren Konditionen finden Sie hier.

Herzlichen Dank fürs Lesen! Kontaktieren Sie mich gerne mit Ihrem Feedback.

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